Obwohl ich schon den Blogbeitrag auf beliebte-vornamen.de kommentiert habe, möchte ich auch an dieser Stelle meinen Senf zur aktuellen Vornamenmode abgeben.
Als Namenforscherin muss ich am Inhalt des ZDF Beitrags Kritik üben. Ich kenne die Oldenburger Studie und die schichtenspezifische Einordnung von Namengebungsmustern ist nichts Neues für mich. Problematisch sehe ich die Ausweitung dieses allgemeinen Phänomens durch die Medien, die das ansonsten ausgewogene Namenempfinden der Gesellschaft polarisieren und Namenträger wie Kevin und Chantal in eine bestimmte Ecke drängen.
Modenamen und entsprechende Assoziierungen gab es schon immer. Die extreme Marginalisierung von bestimmten Vornamen und deren Verbreitung in bestimmten Schichten ist allerdings mit Besorgnis zu sehen. Nicht jedes verhaltensauffällige Kind oder der Nachwuchs aus Hartz IV Familien trägt unbedingt einen mit aktuell negativ konnotierten Eigenschaften belasteten Namen. Friedrichs, Philipps, Alexanders oder Annas, Lauras und Charlottes müssen nicht zwangsläufig aus gebildeten Familien stammen.
Da jede Mode ihre Zeit hat, sollte man deren Namenträger nicht stigmatisieren. Heute sind es vielleicht Kevin und Chantal, in 10 jahren dann vielleicht Celine, Amelie und Lennart!?. Es liegt an den Menschen selbst, ob sie sich durch Fremdassoziierungen zu Vorurteilen verleiten lassen…
Hier einige Links, die mir im Netz ins Auge gefallen sind:
- Gehts noch?
- Chantal und Justin / Welt.de
- Volkskrankheit Kevinismus (jpg) / Stern.de
- Im Namen der Mode
- Welt.de (Besonders mies finde ich die Abstimmung zum schlimmsten Jungennamen – das ist doch Volksverhetzung!)
- beliebte-vornamen.de 1 – 2 – 3 – 4
- Thüringer Allgemeine (Und warum soll man seinen Sohn nicht nach dem cleveren Knirps aus den Filmen benennen!? Wenn unsere Kinder nur alle so pfiffig wären…)
- Süddeutsche.de







Guter neuer Post! Ich werde da nochmal versuchen mehr zu erfahren!